Geschichte der Schmalzhafenbühne
Das Mundarttheater hat in Gronau eine lange Tradition. In unserem Archiv befindet sich das Programm einer Jahresfeier des TSV Gronau aus dem Jahr 1947. Bekannt ist zudem, dass in den 1950er- und 1960er-Jahren Theaterstücke von der Feuerwehr, dem Gesangverein und dem TSV aufgeführt wurden. Unser Mitbegründer Rainer Schöffler schaffte es damals sogar, in einem Winter gleichzeitig auf drei Bühnen aufzutreten.
Die Anfänge der heutigen Theatergruppe reichen bis in die frühen 1970er-Jahre zurück. Jeden Winter bot der TSV Gronau im Rahmen seiner Jahresfeier abendfüllende Unterhaltung. Da dem Ensemble eine Aufführung pro Jahr jedoch nicht ausreichte, wurden unter der Leitung des Lehrers Gerhard Sandberger auch Auftrittsmöglichkeiten in den umliegenden Nachbarorten wahrgenommen.
Im März 1979 gründete die engagierte Theatergruppe – bestehend aus Ulrike Kircher, Klaus Kircher, Werner Stadel, Christina Fink, Irmgard Nahnsen, Thomas Müller, Rainer Schöffler, Gerhard Sandberger, Gabriele Hildebrand, Isolde Baumert, Alwin Goll und Erich Scheer – die sechste Abteilung des TSV Gronau.
Die alte TSV-Halle musste 1980 der damals neuen, inzwischen mehrfach umgebauten Mehrzweckhalle weichen. Mit der „Alten Kelter“ in Gronau war jedoch schnell ein geeigneter neuer Spielort gefunden. Die „Schmalzhafenbühne“, wie sich die Theaterabteilung fortan nannte, fand dort eine Spielstätte mit passendem Flair für das Mundarttheater – bis heute die Kulisse der jährlichen Spielsaison.
Ebenfalls im Jahr 1980 fand die erste Aufführung in der „Alten Kelter“ statt. Gespielt wurde zunächst auf einem Bühnenboden, der zuvor als Tanzfläche beim Kelterfest gedient hatte. Der Unterbau bestand aus Balken einer alten Hütte, die Erich Scheer abgerissen hatte. Bereits 1981 wurde ein professioneller Bühnenboden errichtet.
In den vergangenen Jahrzehnten begeisterte die Theatergruppe ihr Publikum mit über 40 Inszenierungen. Aufgrund der großen Beliebtheit und des schauspielerischen Könnens waren die Aufführungen regelmäßig ausverkauft.
Typisch für die Stücke sind viel Spielwitz, überraschende Verwicklungen und ein ausgeprägtes Lokalkolorit. Figuren wie Bürgermeister, Pfarrer, Polizist, Wirt oder Briefträger gehören dabei ebenso selbstverständlich zum Repertoire wie humorvolle und skurrile Situationen. Dabei hat sich die Gruppe im Laufe der Zeit zunehmend vom klassischen „Bauerntheater“ entfernt und erweitert ihr Programm erfolgreich um Kriminalkomödien und Boulevardstücke.
Bei aller Freude über den Erfolg gilt der Dank allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die die Schmalzhafenbühne über die Jahre begleitet haben. Zahlreiche Helferinnen und Helfer im Hintergrund trugen und tragen dazu bei, dass jede Aufführung gelingt – sei es beim Bühnenbild, beim Soufflieren oder bei der Bewirtung.
Mehr als 40 Jahre Theaterarbeit bedeuten auch, dass einige prägende Persönlichkeiten nicht mehr unter uns sind. Was bleibt, sind viele schöne Erinnerungen und unzählige Geschichten.
Gleichzeitig gelingt es immer wieder, junge Menschen für das Theater zu begeistern. Die Verbindung aus Erfahrung, jugendlichem Elan und starkem Teamgeist bildet eine solide Grundlage für die Zukunft der Schmalzhafenbühne.

Hier ein Foto der ersten Aktiven der Schmalzhafenbühne, also quasi der „Gründer“.
Von links nach rechts: Ulrike Kircher, Klaus Kircher, Werner Stadel, Christina Fink, Irmgard Nahnsen, Thomas Müller, Rainer Schöffler, Erich Scheer.
Auf dem Bild fehlen: Gerhard Sandberger, Gabriele Hildebrand, Isolde Baumert, Alwin Goll. Foto: Schmalzhafenbühne







